Charlottenburger Baugenossenschaft: Bewohner sparen nach Modernisierung über 70 Prozent Wärmekosten ein

Eingestellt am 20. Okt 2011 • Kategorie: Großprojekte & Hochhäuser • 2.457 Ansichten

Der Winter steht vor der Tür und wieder einmal sorgen sich viele Mieter und Immobilienbesitzer vor den steigenden Heizkosten. Anders die Bewohner der Charlottenburger Baugenossenschaft in der Reinickendorfer Zobeltitzstraße und Am Doggelhof, denn sie brauchen vor der kalten Jahreszeit keine Angst mehr zu haben. Nach einer gerade abgeschlossenen umfassenden energetischen Modernisierung der in den 50er Jahren errichteten zehn Gebäude sinkt der sogenannte Primärenergiebedarf pro Quadratmeter von bisher 250 kWh auf nur noch 46 kWh. Bei einer rund 60 Quadratmeter großen Wohnung sinken die Kosten für Heizung und Warmwasser damit für die Mieter von rund 64 Euro auf durchschnittlich nur noch 18 Euro im Monat.

Die zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanz wurden von der Charlottenburger Baugenossenschaft in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Zu ihnen zählten neben Dämmung von Fassade und Dach auch der Austausch aller Fenster in Wohnungen und Treppenhäusern sowie der Umbau der Balkone zu beheizbaren Loggien und die Installation einer zentralen Warmwasserbereitung anstelle der bisher verwendeten Durchlauferhitzer. Darüber hinaus wurden zur Erhöhung des Wohnwertes Maler- und Verschönerungsarbeiten durchgeführt, auf Mieterwunsch wurden die Badezimmer erneuert sowie im Außenbereich unter anderem neue Fahrrad- und erstmals auch Rollatorstellplätze eingerichtet.

Herzstück der Energieerzeugung sind jetzt drei von der Berliner Energieagentur installierte und betriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten und deutlich effizienter sind als die getrennte Erzeugung von Strom und Wärme. Versorgt werden sie über über sogenannte Nahwärmenetze und die kleinen Kellerkraftwerke decken 70 Prozent des erforderlichen Jahreswärmebedarfs ab. Im Winter springen zur Deckung des erhöhten Wärmebedarfs in den 356 angeschlossenen Wohnungen zusätzlich hocheffiziente Brennwertkessel an. Aufgrund dieser Kombination kann die Wärmeerzeugung um rund sieben Prozent günstiger erfolgen als über eine reine Kesselanlage.

Innovativ ist auch die Stromversorgung. Die Bewohner können den BHKW-Strom direkt bei der Berliner Energieagentur zu einem günstigen “Kieztarif” beziehen. Die Investitionen in die beiden BHKW hat die Berliner Energieagentur aus eigenen Mitteln getätigt. Sie werden nicht auf die Mieten umgelegt.

Insgesamt hat die Charlottenburger Baugenossenschaft in dieses Projekt rund neun Millionen Euro investiert, teilweise mit Förderung durch die Investitionsbank Berlin. Zahlreiche Maßnahmen werden durch gesetzliche Umlage refinanziert. Der Modernisierungszuschlag auf die Kaltmiete liegt bei 88 Cent pro Quadratmeter, was beim oben bereits aufgeführten Beispiel einer 60 Quadratmeter Wohnung zu einer Mieterhöhung von rund 53 Euro führt. Demgegenüber steht eine Ersparnis bei den Wärmekosten von rund 46 Euro, was zu gerade einmal 7 Euro Mehrkosten bei erheblich gesteigertem Wohnwert und -klima führt. Auch der Umwelteffekt ist positiv: 422 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr – das entspricht der Menge CO2, die ein Wald von der Größe des Volksparks Friedrichshain während der Wachstumsphase binden kann.

Mit dem Projekt Zobeltitzstraße/Am Doggelhof setzt die Charlottenburger Baugenossenschaft ihr engagiertes Modernisierungsprogramm fort. In den vergangenen Jahren hat sie bereits Wohnungsbestände am Falkenhagener Feld (Spandau), am Meller Bogen (Reinickendorf), in Charlottenburg-Nord, am Schwendyweg (Spandau) sowie in Hakenfelde modernisiert und auf weiteren Gebäuden Photovoltaikanlagen zur Solarstromerzeugung errichten lassen.


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