Ab Mai 2014: Neue Energiesparverordnung (EnEV) erhöht die Anforderungen an deutsche Gebäude

Eingestellt am 20. Mrz 2014 • Kategorie: Sanierung • 1.094 Ansichten

Klimaschutz geht vor allem Energieeffizienz und damit Einsparungen einher – in Deutschland sollen alle Gebäude bis 2050 klimaneutral sein, zumindest fast alle. Die Anforderungen, die damit für die Häuser, Gebäude und Wohnungen gelten, werden in der neuen sogenannten Energiesparverordnung, kurz EnEV, festgesetzt, die im Mai 2014 in Kraft tritt und Eigentümer zum Handeln “zwingt”. Vor allem Neubauten unterliegen damit noch strengeren Richtlinien, um die ambitionierten Ziele zu erreichen, insbesondere, was den Energieverbrauch angeht.

Jedes Gebäude benötigt Energie, um verschiedene Anforderungen zu erfüllen. Die Mieter oder Eigentümer möchten heizen und kühlen, Wasser erwärmen und Lüften – häufig sind dafür entsprechende Systeme notwendig, die wahre Stromfresser sein können. Dennoch gibt es bereits heute zahlreiche moderne Lösungen, die nicht nur die notwendigen Handgriffe erleichtern, sondern gleichzeitig sehr energieeffizient arbeiten. Damit diese Systeme auch genutzt werden, wurden die Verordnungen der EnEV 2014 zusätzlich verschärft: “Mit diesen Maßnahmen wird die Umwelt geschont und gleichzeitig können Verbraucher ihre Ausgaben für Energie reduzieren”, erklärt Stephan Pröschold, Sprecher des Initiativkreises der Stadtwerke Nordbayern. Neubauten müssen ab 2016 beispielsweise folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Der Energieverbrauch zum Heizen, Lüften, Kühlen oder Erwärmen von Wasser muss um 25 Prozent gesenkt werden.
  • Die Dämmung der Gebäude muss um 20 Prozent verbessert werden.

Ziel dieser Maßnahmen soll die Erreichung des sogenannten EU-Niedrigstenergiegebäude-Standards sein, der in Europa und damit auch in der Bundesrepublik Deutschland ab dem Jahr 2021 in Kraft tritt. Es handelt sich hierbei also auch um Vorbereitungsmaßnahmen auf das, was kommt.

Ineffiziente Heizkessel im Fokus

Großes Manko vieler alter Gebäude sind die Heizkessel, die mit Brennstoffen flüssiger oder gasförmiger Natur betrieben werden, und die Umwelt aufgrund von Schadstoffemissionen stark belasten. Entsprechende klimaneutrale und damit effizientere Lösungen sollen nicht nur in Neubauten, sondern auch in älteren Gebäuden zum Einsatz kommen. Die gesetzlichen Regelungen, die ebenfalls in der EnEV festgesetzt wurden, lauten wie folgt:

  • Heizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden und Brennstoffe (flüssig oder gasförmig) für den Betrieb nutzen, müssen nach 30 Jahren (also ab 2015) abmontiert und durch effizientere Lösungen ersetzt werden. Bisher galt das 1978 als Schlüsseljahr für die Montage des Heizkessels.

Mit dieser Regelung sollen veraltete Heizkessel sukzessiv von der Bildfläche verschwinden und Platz für umweltschonende und energiesparende Heizlösungen machen. Brennwert- und Niedertemperaturkessel sind von dieser Regelung nicht betroffen. Eine wichtige Info betrifft dabei Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern: Wurde bis zum 1. Februar 2002 eine der Wohnungen bewohnt, besteht die Pflicht zum Austausch – bei einem Verkauf muss der neue Eigentümer den Austausch spätestens zwei Jahre nach Kauf vornehmen. Es gilt also auch beim Hauskauf darauf zu achten, wie energieeffizient das Objekt ist. Hilfestellung gibt dabei der sogenannte Energieausweis des Gebäudes.

Energieausweis: Hilfe beim Hauskauf mit den bekannten Effizienzklassen A+ bis H

Viele Konsumenten richten sich beim Kauf von Küchen-, Entertainment- und Haushaltsgeräten auch nach den bekannten Effizienzklassen A+ bis H, die anhand eines entsprechenden Labels mit Balkendiagramm, den Energieverbrauch der Geräte bewerten – auch für Immobilien soll dieses Label übernommen werden und bei der Objektauswahl und dem -kauf helfen. Der Energieausweis des Gebäudes beinhaltet ab Mai 2014 deshalb nicht nur den Bandtacho, der den Primärenergiebedarf eines Hauses darstellt, sondern auch die Effizienzklasse. So sind Passivhäuser beispielsweise mit dem Prädikat A+ ausgestattet. A wiederrum wird an einen Neubau vergeben, der die 2016er-Richtlinien der EnEV einhält. Eigentümer, die in den letzten Jahren wenig für die Energieeffizienz ihres Gebäude getan haben, werden somit mit erheblich geringeren Verkaufspreisen rechnen müssen – für den Käufer jedoch sind die neuen Angaben auf dem Energieausweis ein großer Vorteil: “Der neue Energieausweis ist viel einfacher und intuitiver zu verstehen”, so Stephan Pröschold. Mit dem Inkrafttreten dieser Regelungen sind zusätzlich einige Dinge im Verkaufsprozess zu beachten:

  • Die Immobilienanzeige muss die energetischen Kennwerte des zum Verkauf stehenden Gebäudes beinhalten.
  • Ist bereits ein Energiepass vorhanden, muss auch die Effizienzklasse angegeben werden.
  • Bei Besichtigungen ab Mai 2014 ist der Energiepass unaufgefordert vorzuzeigen – bisher musste das nur auf Anfrage der Interessenten erfolgen.

Stichproben stellen dabei sicher, dass die Richtlinien auch tatsächlich eingehalten werden. Pröschold dazu: “Mieter und Käufer, die sich bislang nicht mit dem Energieverbrauch beschäftigt haben, werden nun auf die Werte des Hauses aufmerksam”. Die EnEV 2014 ist demnach ein wichtiger Schritt in Richtung eines klimaneutralen Gebäudebestandes in der Bundesrepublik. Zusätzlich werden auch die Bürger für das Thema sensibilisiert, denn bereits beim Kauf einer Immobilie ist das Thema Energieeffizienz wichtig, denn: je ineffizienter das Gebäude, desto geringer der Preis – und umgekehrt.


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